Pop-Up Radwege in Reinickendorf


Am 11.6. haben ca. 100 Menschen für die Einrichtung von Pop-Up Radwegen in Reinickendorf protestiert und gezeigt, wie einfach diese auf die Straße zu bringen sind.

Der erste Zwischenstopp unseres Demozuges war an der Ecke Oranienburg Straße/Tessenowstraße, denn hier ist der Radweg weiterhin viel zu eng, holprig und es gibt gefährliche Konflikte zwischen Bus, Pkw, Rad und Fußgängern, obwohl die Straße eigentlich sehr breit ist. Auf Grund der baulichen Anlage und der fehlenden Abgrenzung zum fließenden Verkehr kann es dort zu gefährlichen Konflikten zwischen Bussen, Pkws sowie Lkws auf der einen und Radfahrer*innen sowie Fußgänger*innen auf der anderen Seite kommen. Die Straße wäre breit genug, einen Radstreifen anzuordnen. Jedoch lehnt das Reinickendorfer Bezirksamt Pop-Up-Radwege zur Verbesserung der Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmende ab

Auf der Ollenhauerstraße, vor der staatlichen Münze, haben wir aufgezeigt, wie einfach und schnell Pop-Up Radwege umzusetzen wären. Menschliche Poller in entsprechenden Anzügen markierten den neu entstandenen Radweg, der sogleich ausprobiert wurde Gerade auf diesem Abschnitt ist es besonders sinnvoll, denn es gibt auf der 6-spurigen Straße keinerlei Infrastruktur für die Radfahrenden. Der Senat hat angeboten auf dieser Strecke einen Pop-Up Radweg einzurichten, was der Bezirk jedoch ablehnt.

Weiter ging es über Kurt-Schumacher-Platz und Scharnweberstraße in die Berliner Straße in Tegel, wo wir ebenfalls zeigen konnten, wie schnell sich ein Pop-Up Radweg einrichten lässt. Anzüge an, Poller zusammengebaut und fertig war der Pop-Up Radweg in der Berliner Straße vor dem Edeka. Leider war dieser nur von kurzer Dauer, denn auch hier lehnt der Bezirk die Einrichtung von sicherer Radinfrastruktur, wie sie beispielsweise auf der Kantstraße in Charlottenburg zu sehen ist, ab. Wir hoffen aber, dass bei der Erneuerung der U6 von Alt-Tegel bis Kurt-Schumacher-Platz die SEV-Busfahrstreifen so angelegt werden, wie auf dem Mariendorfer/Temepelhofer Damm, sodass der Fahrradverkehr ausreichend berücksichtigt wird, siehe: https://www.rad-ts.de/lichtblick-am-tempelhofer-damm/

Das Ziel muss aber weiterhin ein geschützter Fahrradweg auf der Berliner Straße sein, wie er auch von der Infravelo im Rahmen der Radschnellverbindung 10 geplant ist.

Der Ausbau von sicherer Radinfrastruktur in Berlin geht aber immer noch viel zu langsam voran. Der Senat muss seine Geschwindigkeit beim Radverkehrsanlagenausbau verzwanzigfachen, damit in Berlin bis 2030 ein flächendeckendes, sicheres Radfahren möglich wird. Wie schnell es in Reinickendorf vorangehen kann, haben wir bei unseren Aktionen gezeigt.
Siehe dazu folgenden Beitrag:

20210611-Demonstrationen-gegen-die-Langsamkeit-des-Senats

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